Sportclub Siebnen 1958

, Ferramosca Giuseppe

Dramatisches Cup-Aus nach grossem Kampf – Siebnen überzeugt trotz Niederlage

Das Abenteuer Regional-Cup ist für den SC Siebnen im Viertelfinal zu Ende gegangen – doch was bleibt, ist eine Leistung, die Mut macht und Eindruck hinterlässt.

Gegen den starken 2.-Ligisten aus Wiesendangen lieferten sich die Märchler vor 220 Zuschauern auf dem heimischen Kunstrasen ein packendes Duell mit echtem Cup-Charakter. Von Beginn weg entwickelte sich eine intensive, temporeiche Partie: hart geführt, aber stets fair, mit vielen Zweikämpfen, schnellen Kombinationen und spielerisch hohem Niveau. Zwei Teams begegneten sich auf Augenhöhe – ein Klassenunterschied war zu keinem Zeitpunkt erkennbar. Und das, obwohl die Siebner gleich auf mehrere Leistungsträger verzichten mussten und Abwehrchef Materazzi gesperrt fehlte.

Traumstart für die Gastgeber

Die Gastgeber erwischten den perfekten Start: Bereits in der 10. Minute krönte Bullaku einen mustergültigen Angriff. Von der rechten Seite kommend, fast von der Grundlinie, schob er den Ball scharf und präzise am ersten Pfosten vorbei ins Netz – unhaltbar für den gegnerischen Keeper.

Die erste Halbzeit gehörte klar den Siebnern. Mit mutigem Offensivspiel, hoher Laufbereitschaft und spielerischer Qualität setzten sie ein deutliches Zeichen und zeigten eindrücklich, dass sie sich auf diesem Niveau keineswegs verstecken müssen.

Wiesendangen reagiert – Kräfte lassen nach

Doch auch Wiesendangen bewies seine Klasse. Die Gäste hielten dagegen, kombinierten schnell und sorgten immer wieder für gefährliche Situationen. Nach der Pause machte sich beim Heimteam zunehmend der Kräfteverschleiss bemerkbar – gerade bei den angeschlagenen Spielern war der hohe Rhythmus kaum mehr durchzuhalten.

Die Gäste nutzten dies konsequent aus und erhöhten den Druck massiv. Ein regelrechtes Powerplay entwickelte sich: schneller, aggressiver und mit wachsender Durchschlagskraft. Angriff um Angriff rollte auf das Tor der Märchler.

Ausgleich und nervenaufreibendes Finale

In der 72. Minute dann der Wendepunkt: Nach einem unnötigen Foul auf der rechten Seite nahe des Strafraums nutzte Wiesendangen den fälligen Freistoss eiskalt und erzielte den Ausgleich.

Doch die Siebner zeigten Moral. Mit aufopferungsvollem Einsatz, grossem Teamgeist und unbändigem Willen stemmten sie sich gegen die drohende Niederlage. Jeder kämpfte für jeden – und so retteten sie das letztlich verdiente Unentschieden über die Zeit.

Entscheidung im Penaltyschiessen

Im anschliessenden Penaltyschiessen fehlte den Siebnern dann das letzte Quäntchen Kraft und Glück. Zwei Schützen scheiterten, während Wiesendangen alle Versuche souverän verwandelte. So endete das Cup-Märchen für den SC Siebnen – bitter, aber sportlich fair.

Stolz trotz Ausscheiden

Trotz des Ausscheidens überwiegt der Stolz. Über 75 Minuten hinweg bot das Team mit reduziertem Kader eine Leistung auf 2.-Liga-Niveau und brachte einen starken Gegner an den Rand einer Niederlage.

Die zahlreichen Komplimente von Zuschauern und sogar Gegenspielern unterstreichen die Qualität dieser Mannschaft. Mit diesem Selbstvertrauen richtet sich der Blick nun nach vorne – auf die Meisterschaft und das klar definierte Ziel am 21. Juni 2026.

Der SC Siebnen hat an diesem Abend nicht nur gekämpft – er hat überzeugt.